
Fast 180 Jahre Chorklang im Weihnachts- + Spielzeugdorf Seiffen
Willkommen bei unserem Chor, der seit 1847 besteht und seit ca. 100 Jahren
die Lieder Anton Günthers pflegt.

Wir treffen uns i.d.R. jeden Freitag, 19 Uhr im Haus des Gastes Seiffen,
Hauptstraße 156, 09548 Kurort Seiffen,
zur Übungsstunde.
Mitsänger sind uns herzlich willkommen!
Aus der Chorgeschichte:
“Spielzeugland, Dir bleib ich trei…"
– Der Anton-Günther-Chor Seiffen e.V. stellt sich vor –
Verständlich, dass der Seiffner Männerchor mit diesem Sängerspruch seine Gäste grüßt.
Denn außer der Heimatverbundenheit der Erzgebirger spricht daraus die enge persönliche Verbindung der Chormitglieder zur Spielwarenherstellung, die in der Region eine große Bedeutung hat. Der Chor kann auf eine lange musikalische und Vereinstradition zurückblicken:
Als es noch kein Radio und kein Fernsehen gab und in den Stuben die Gemütlichkeit zu Hause war, fanden sich im Spielzeugdorf Seiffen elf Männer zusammen um gemeinsam zu singen. Am 18. September 1847 gründeten sie den Männergesangverein und gaben sich den Namen “Männergesangverein Eintracht”. Zum Vorstand wurde Karl Friedrich Gläßer (1818 - 1883) gewählt, er war im Hauptberuf Schuhmacher und gleichzeitig Chorleiter und begleitete dieses Amt bis 1876.
Die Chorstärke betrug in dieser Zeit 10 – 18 Sänger. Anfangs wurde im Wechsel bei den Vereinsmitgliedern gesungen, später in verschiedenen Vereinslokalen. Wenn man in den historischen Protokollen des Chores liest, “Gespannführer sind….”, mutet es heute schon etwas seltsam an. Es zeugt nicht nur von den weiten Wegen, die zu Chorproben und Auftrittsorten zurückgelegt wurden, sondern auch von Kameradschaft und Solidarität der Chormitglieder untereinander.
1863 wird in Seiffen ein weiterer Gesangverein gegründet, der später zur Unterscheidung unter der Bezeichnung “junge Sänger” genannt wird.
Zum Motiv der Gründung lesen wir in einer Rückbetrachtung des damaligen Schriftführers: : ?...Als wir, liebe Sangesbrüder, in den Drehwerken uns die Arbeit durch freie, gemeinschaftliche Gesänge abkürzten, entstand in uns der Wunsch, ... einen… Gesangverein zu gründen, um den deutschen Männergesang zu Pflegen, dem deutschen Lied zu dienen. Unser Wunsch wurde zur Tat….?. Die Sänger sind rührig und experimentierfreudig, jährlich sind mehrere Auftritte verbürgt, zwei Jahre singen sie sogar gemischtchörig.
1865 nimmt eine Delegation junger und alter Sänger am 1. Deutschen Sängerbund-Treffen in Dresden teil.
Da beide Chöre unter der Leitung Gläßers stehen und auch gemeinsam auftreten, ist die Verschmelzung nur eine Frage der Zeit.
Das 50-jährige Gründungsjubiläum wird 1897 als großes Fest gegangen: mit vielen Gastchören, Veranstaltungen und einer feierlichen Fahnenweihe.
Leider ist die historische Chorfahne verschollen. Neben regelmäßigen Konzerten pflegt der Gesangverein freundschaftliche Kontakte zu verschiedenen anderen Chören. Noch heute überrascht uns das vielfältige Repertoires des Laienchores. Wenn wir in der Geschichte unseres Chores blättern, so stellen wir mit Erstaunen fest, dass Volkslieder und klassisches Liedgut die Darbietungen des Männerchores dominieren.
Soweit wir in Programme zurückblicken können, stehen große Komponisten wie Schubert, Silcher, Gluck, Mozart, Eckart und Donizetti im Repertoire.
Die Vielfalt um 1900 ist bemerkenswert: Kunst- und Volkslieder, große Chöre und Soli, Militärmärsche und Opernmusik, Singspiele und humoristische Szenen wechseln einander ab.
1904 tauchen in den gedruckten Programmheftchen die ersten Lieder in erzgebirgischer Mundart auf. 1912 tritt der MGV Eintracht dem “Erzgebirgischen Sängerbund” bei.
Die kontinuierliche Chorarbeit wird durch den 1. Weltkrieg unterbrochen. Als einige Sangesfreunde mit viel Enthusiasmus nach sechsjähriger Pause wieder mit der Probenarbeit beginnen, sind in den Reihen der Sängern viele Opfer zu beklagen. Durch den Zugang neuer Sänger erreicht der Chor aber bald wieder eine Stärke von 50 Mitgliedern. Inflation und politische Wirren gehen in den nächsten Jahren nicht spurlos am Chor vorüber. Im Oktober 1933 erfolgt im Zuge der “Gleichschaltung” der Zusammenschluss des MGV “Eintracht” und des Männer- und Gemischten Chores “Liederkranz” zur “Sängervereinigung 1847 Seiffen”. Unter dem neuen Namen tritt die erfolgreiche Chorgemeinschaft bei Konzerten als reiner Männer- oder Frauenchor aber auch als gemischter Chor auf. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges beendet die Chorvereinigung ihre Tätigkeit.
Nach 8-jährigen Unterbrechung der Sangeskultur in Seiffen finden sich in der schweren Nachkriegszeit wieder ehemalige Chormitglieder zu gemeinsamen Gesang zusammen.
Der Männerchor, der zeitweilig unter den Namen “Volkschor” bzw. “Männerchor 1847” agiert, singt nicht nur zur eigenen Freude. Er ist bestrebt, das erzgebirgische Liedgut zu erhalten und den Menscher der Region durch guten Chorgesang Freude und Erbauung zu bringen.
1963 benennt er sich um in “Anton-Günther-Chor”, um den Erzgebirgssänger und -dichter zu ehren und seine Heimatlieder zu pflegen. Bei den DDR-Kulturbehörden stößt der Chor damit nicht gerade auf Gegenliebe, kann nach langem Ringen aber den Namen durchsetzen.
Das 125jährige Jubiläum 1972 begeht der bekannte und beliebte Männerchor mit einem festlichen Programm.
Mit Freude nimmt die Chorgemeinschaft sechs Sangesfreunde aus Deutscheinsiedel auf, die 1974 gemeinsam dem Seiffner Chor beitreten und ihm trotz des weiten Weges die Treue halten. Die Erweiterung der Sängerschar wirkt sich positiv auf das musikalische Wirken aus.
In den regelmäßigen Konzerten, die für die Urlauber in Seiffen und der Umgebung stattfinden, stellen die Sänger das erzgebirgische Mundartliedgut vor. In einigen Auftritten wirkt auch der Sohn Anton Günthers, Erwin Günther, als Mundartsprecher mit. Zwei Liedermeister, Max Kaden und Gottfried Heinrich, machen sich besonders verdient um das musikalische Wirken, indem sie 4-stimmige Sätze für den Männerchor schreiben. Das vielseitige Programm, die gute musikalische Darbietung und das Engagement für die Traditionspflege waren ausschlaggebend für die Auszeichnung des Chores mit dem Titel “Verdientes Volkskunstkollektiv der DDR”(1987). Das Repertoire umfasst neben dem erzgebirgischen Liedgut das deutsche und internationale Volkslied wie auch die klassische Vokalmusik.
Nach der Wende beschließt der Chor eine neue Satzung und lässt sich als Verein eintragen. Schon immer der Tradition verpflichtet, braucht der Verein kein generell neues Repertoire aufbauen. Im Mittelpunkt der Auftritte steht nach wie vor die Pflege des Mundartliedgutes des Erzgebirges. Sonst aber sind viele Randbedingungen für das Wirken des Vereins anders geworden. Durch das Engagement und die Begeisterung der Sangesbrüder werden die Hürden genommen. Das Wirken des Chores ist anerkannt und heute aus dem kulturellen und sozialen Leben in der Region nicht mehr wegzudenken. Die Amateursänger pflegen erfolgreich den Kontakt zu anderen Chören und sind für ihre Geselligkeit und den guten Zusammenhalt in den eignen Reihen bekannt. Chorarbeit ist und bleibt ihr Hobby.
Anlässlich seines 150-jährigen Jubiläums, dass mit vielen Gastchören gemeinsam begangen wurde, verlieh der Bundespräsident 1997 dem Seiffner Männerchor für seine Leistungen zur Pflege des Volks-und Mundartliedgutes und zur Förderung des kulturellen Lebens die Zelter-Plakette.
2004 entstand eine CD mit Weihnachts- und Volksliedern.
U.a. 1999 in der Doku "Wu de Walder hamlich rauschen" und 2017 in der Weihnachtssendung von "Unterwegs in Sachsen" war der Anton-Günther-Chor auch im MDR-Fernsehen zu sehen.
Seit 2007 gibt es regelmäßige Auftritte des Chores in der Bergkirche Seiffen und in der Kirche Deutscheinsiedel.


175+
Jahre Traditionserhalt
25+
Regionale Auftritte
20
Aktive Mitglieder
Die Mundart bewahren
Besonders haben wir uns der Pflege der Lieder unseres Namensgebers Anton Günther (1876 - 1937) verschrieben


Pflege der 180jährigen Sängertradition
Ein lebendiges Miteinander von Sängern und Interessierten, die unsere Kultur lebendig halten.


Kontakt
Telefon: 037362 879892
E-Mail: maik.hlawatschek@web.de
Adresse: Glashüttenweg 36, 09548 Kurort Seiffen
Vereinstreffpunkt: Haus des Gastes Seiffen, Hauptstr. 156